Meine Regeln für dieses Foto-Projekt sind ganz einfach: Ich mache jeden Tag ein Foto, dass ich dann hier (manchmal mit einer kurzen Beschreibung) zeige. Dabei geht es mir nicht um fotografische Perfektion, sondern um den eigentlichen Vorgang des Sehens und Festhaltens, der mich dazu bringt, meine Aufmerksamkeit auf die kleinen Momente und Dinge des Tages zu richten.

Am späten Nachmittag war ich bei herrlichstem Frühlingswetter wieder in meinem Heimatdorf unterwegs. Ziel waren unsere Dorfteiche. Dort wollte ich das Nilgans-Pärchen mit seinem Nachwuchs (nach letzter Zählung waren es 11 kleine Gänse) fotografieren. Daraus wurde leider nichts, es waren einfach zu viele Menschen unterwegs, die auch einen Blick auf die Gänseschar werfen wollten. Die Tiere hatten sich ob des Trubels ins Gebüsch auf der Teichinsel verkrochen. Wohin dann? Zur Kirche? Eigentlich keine gute Idee, am späten Nachmittag herrscht dort bei Sonne schlechtes Fotolicht.
Trotzdem machte ich mich auf den Weg zur Kirche. Warum ich auf die nicht wirklich fotogene Kirchenrückseite gegangen bin, weiß ich eigentlich gar nicht. Der Blick nach oben zur Kirchturmspitze brachte mir dann das heutige Foto des Tages: ein Turmfalke, der auf seinem Nest in einer Fensteröffnung der Turmhaube hockte.
Auf dem Foto kann man auch sehr schön den gedrehten Kirchturm (einer sogenannten geschraubten Knickhelm-Spitze) erkennen. Der Turm unserer Kirche stammt im Kern aus dem Jahr 1555.
Foto: © Martina Berg (www.killakops.de)
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