Meine Regeln für dieses Foto-Projekt sind ganz einfach: Ich mache jeden Tag ein Foto, dass ich dann hier (manchmal mit einer kurzen Beschreibung) zeige. Dabei geht es mir nicht um fotografische Perfektion, sondern um den eigentlichen Vorgang des Sehens und Festhaltens, der mich dazu bringt, meine Aufmerksamkeit auf die kleinen Momente und Dinge des Tages zu richten.

Es war viele Jahre her, seit ich dem Gefallenendenkmal meines Dorfes einen Besuch abgestattet habe. Es liegt zwar ziemlich in der Dorfmitte, doch etwas versteckt in einem kleinen Park neben dem Kindergarten. Dieses Foto zeigt einen Ausschnitt der Namen der Menschen, die während der Weltkriege und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Flucht aus den deutschen Ostgebieten gestorben sind. Dabei sind die Namen von zwei Familienmitgliedern, die ich nie kennenlernen durfte: Meine Großmutter väterlicherseits Luise Berg und meinen Onkel Ulrich Berg. Ulrich wurde nicht einmal 2 Jahre alt und starb unterwegs auf der Flucht an Flecktyphus. Seine Mutter folgte ihm nur 2 Tage später. Ihre anderen Kinder (darunter mein damals knapp 10-jähriger Vater) schlugen sich dann allein durch (der Vater, mein Großvater war noch in Kriegsgefangenschaft) und erreichten wohlbehalten Alverdissen.
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